Green Skills Challenge – Regionen im Wandel
Schülerinnen und Schüler der Biondekgasse haben am Projekt des RCE Vienna (Regional Centre of Expertise for Education on Sustainable Development) „Green Skills Challenge“ teilgenommen. Dieses Projekt stellt einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Entwicklung dar und leistet einen wertvollen Beitrag zum Ziel der Stadt Baden, bis 2040 bilanziell klimaneutral zu werden.
Wie bereits im vergangenen Jahr entwickelten Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen – konkret der 7BR sowie drei Schüler der 7AR – kreative und praxisnahe Lösungsansätze zu konkreten Fragestellungen im Bereich der Nachhaltigkeit für verschiedene Betriebe der Klimamodellregion Baden. Heuer haben an dem Projekt auch drei weitere Schulen teilgenommen, nämlich das BG/BRG Frauengasse, das BRG Bad Vöslau-Gainfarn und die HTL Mödling.
Dieses Mal arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in schulübergreifenden Teams, bestehend aus Lernenden des BG/BRG Biondekgasse und des BG/BRG Frauengasse. Diese Form der Zusammenarbeit erwies sich als besonders bereichernd und förderte sowohl den Austausch zwischen den Schulen als auch die Team- und Kommunikationsfähigkeit der Jugendlichen.
Die unterschiedlichen Themenstellungen wurden mithilfe des „Design-Thinking-Modells“ bearbeitet. Dieser strukturierte Prozess umfasste die Phasen Problemverständnis (inklusive Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern der Betriebe), Ideenfindung, Prototyping sowie Präsentation. Während des gesamten Projekts wurden die Schülerinnen und Schüler professionell begleitet von den Mitgliedern des RCE Vienna (Marie-Sophie Attems, Daniel Prem, Adam Greene, Clara Mehringer) sowie vom Thinkubator-Team (Isabelle Polster und Alexandra Kick).
Im Rahmen dieses Projekts entwickelten die Schülerinnen und Schüler praxisnahe Lösungen zu konkreten Fragestellungen der Abteilung Jugend & Sport der Stadt Baden (Sascha Steffl, Leitung; Stefan Müller, stellvertretende Leitung), der Sparkasse Baden (Verena Baumgartner, Marketing & Werbung; Christian Degelsegger, Bereichsleiter; Elisabeth Lambert, stellvertretende Vorstandsvorsitzende), der Eventagentur HSG Events GmbH (Andrea Löschenbrand, Geschäftsführung & Senior-Projektmanagerin) sowie der EVN (Anton Ettl, Projektkommunikation und Klimadialog). Dabei setzten sie sich intensiv mit Themen wie Energieeffizienz, Finanzbildung, Finanzierung von nachhaltigen Projekten und erneuerbaren Energien auseinander.
Für die Abteilung Jugend & Sport der Stadt Baden lag der Fokus auf der energieeffizienten Optimierung der Sport- und Veranstaltungshalle. Als zentrales Problem wurde der hohe Wärmeverlust über das Dach identifiziert. Die Schülerinnen und Schüler schlugen den Einsatz von Destratifikationsventilatoren und Infrarotstrahlern vor, um die Wärme besser im Raum zu verteilen und den Komfort für Besucherinnen und Besucher zu erhalten. Ergänzend ist eine isolierende Zwischendecke geplant, um weitere Wärmeverluste zu reduzieren. Zur ökologischen Aufwertung des Gebäudes soll an der Außenfassade eine Mooswand installiert werden, die CO₂ bindet, die Luft reinigt und gleichzeitig als Werbefläche für Sponsoren dient. Die Finanzierung des Projekts erfolgt über eine eigens entwickelte Website mit Spenden- und Mitgliedschaftsmodellen für Unternehmen und Privatpersonen.
Im Rahmen der Green Skills Challenge bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler zudem die Fragestellung der Sparkasse Baden, wie Jugendliche für Finanzbildung und eine finanziell abgesicherte Zukunft begeistert werden können. Ziel war es, finanzielle Unabhängigkeit für junge Menschen attraktiver und verständlicher zu gestalten. Vorgeschlagen wurden gezielte Social-Media-Kampagnen zu jugendrelevanten Themen wie der Finanzierung des Führerscheins sowie ein „Add-on“ in der George-App, das einen speziellen Jugendmodus bietet und Jugendliche bei finanziellen Entscheidungen unterstützt.
Für die HSG Events GmbH setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage auseinander, wie die Finanzierung nachhaltiger Projekte auch bei einem möglichen Ausfall öffentlicher Förderungen und Sponsorings sichergestellt werden kann. Als Lösung entwickelten sie die Idee eines eigenständigen Events im Melkerkeller unter dem Titel „Roots n’ Raves“. Die Erlöse dieses Events sollen unabhängig von Investoren und Sponsoren zur Umsetzung nachhaltiger Projekte verwendet werden. Eine weitere Idee war ein Crowdfunding-Modell, bei dem viele Menschen durch kleine Beiträge über eine Online-Plattform die nachhaltigen Maßnahmen des Events gemeinsam ermöglichen.
In Zusammenarbeit mit der EVN beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem geplanten „Generationenprojekt“ zur Nutzung von Tiefen-Geothermie im Industrieviertel Niederösterreichs, bei dem ab 2030 die erste Anlage in Betrieb gehen soll. Ziel ist es, einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Wärmeversorgung zu leisten. Die Schülerinnen und Schüler griffen dabei das Problem der geringen Bekanntheit von Geothermie auf und entwickelten Ideen, um diese nachhaltige Heizform stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Vorgeschlagen wurden Werbemaßnahmen, Abhaltung von Seminaren, eine stärkere Präsenz auf Social Media sowie finanzielle Anreize wie Kleinkredite und Förderungen, um Geothermie leistbarer zu machen. Zusätzlich erstellte die Gruppe ein eigenes Werbevideo zur Unterstützung ihrer Kampagne.
Im Rahmen eines feierlichen Abschlusses in der Halle B am Freitag, dem 30. Jänner, überzeugten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Präsentationen nicht nur die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Betriebe – die sich bereits bereit erklärten, ausgewählte Ideen im Rahmen des Möglichen umzusetzen –, sondern auch ihre Biologielehrerin Elisa Bofill Cardona, die beiden Schuldirektorinnen Birgitta Stieglitz-Hofer und Sonja Happenhofer, sowie mehrere Politikerinnen und Politiker der Region. Unter ihnen befanden sich unter anderem Yasmin Stepina sowie Gerfried Koch von der Abteilung Energie, Klima & Umwelt der Stadt Baden, Petra Haslinger, Clubobfrau der ÖVP-Gemeinderatsfraktion in Baden, Natalie Scharschon und Louisa Schauer, Obfrau bzw. Geschäftsführerin der Klima- und Energiemodellregion Thermenlinie.
Die Green Skills Challenge zeigte eindrucksvoll, wie engagiert, kreativ und lösungsorientiert junge Menschen an die großen Herausforderungen unserer Zeit herangehen – und wie wichtig solche Projekte sind, um Nachhaltigkeit nicht nur zu vermitteln, sondern aktiv erlebbar zu machen.
Fotocredits: © Lukas Dostal








